Mogogo (1. Besuch), Karlsruhe

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Ein gutes Restaurant mit eritreischer Küche in Karlsruhe kennen wir schon seit ein paar Jahren. Es heißt Mogogo. Und am Mittwoch haben wir spontan entschieden, dort zu Abend zu essen. Das Restaurant befindet sich in der Innenstadt-West, direkt an der Kunsthalle. Mit ein bisschen Glück bekommt man einen Parkplatz in der Nähe, wir konnten direkt an der Seite des Hauses parken, einfach den Chef fragen.

Die Inneneinrichtung ist typisch afrikanisch, man sieht, dass sie dem Besitzer viel Mühe und Gedanken gekostet hat. Das ganze ist einfach und mit Geschmack gestaltet, aber nicht übertrieben, sodass man die afrikanische Atmosphäre genießen kann. Das Lokal ist sehr sauber und ordentlich, worauf ich großen Wert lege.
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Mogogo Interieur

Unsere Bedienung (der Besitzer des Restaurants) war wie immer sehr freundlich und aufmerksam. Wenn man eine Hilfe mit der Speisekarte braucht, kann er sehr gut beraten: Er nimmt sich immer die Zeit, alles zu erklären. Allerdings muss man immer etwas Zeit ins Mogogo mitbringen: Schnell geht es nicht. Aber am Mittwoch gab es eine Ausnahme, da ich den Besitzer diesbezüglich extra angesprochen habe.

Als Vorspeise haben wir Gibna (4.70€) bestellt. Das Gericht besteht aus Schafskäse, hellen und schwarzen Oliven, Zwiebeln, Tomaten und Eisbergsalat mit einem würzigen Öl und Essig-Dressing. Die Vorspeise kam sehr schnell und hat uns beiden geschmeckt. Ich fand den Schafskäse sehr lecker (was in Restaurants leider nicht sehr oft vorkommt), der Salat und die Tomaten waren frisch und schmackhaft. Das Dressing war sehr angenehm vom Geschmack (die Gewürzmischung hat mir sehr gut gefallen) aber leider viel zu salzig für mich (und sogar für Fuchs).
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Gibna (4.70€)

Nachdem wir mit den Vorspeisen fertig waren, mussten wir nicht lange auf unsere Hauptgerichte warten. Schon nach kurzer Zeit wurden mein Rebeinetu (Lammfleisch in leicht scharfer Soße, rote Linsensoße, gemischtes Gemüse und Injera) und Fuchs’s Kilwa mit Tumtumo und Alicha (gebratenes Rindfleisch, Peperoni, Knoblauch, Tomaten, rote Linsensoße, gemischtes Gemüse und Injera) gebracht.Beide Gerichte sind für die äthiopische und die eritreische Küche typisch. Die äthiopische und die eritreische Küche basiert auf gewürzten Gemüse- und Fleischgerichten, die in der Regel als ein dicker Eintopf oder Ragout, namens Wat, gemacht und auf Injera serviert sind. Injera ist ein weiches, gesäuertes Fladenbrot aus Teffmehl und gehört zu Grundnahrungsmittel der äthiopische Küche. Teff ist eine Hirseart (wird auch Zwerghirse genannt), ein sehr altes äthiopisches Kulturgetreide, das noch zu Pyramiden- und Pharaonenzeiten bekannt wurde. Leider ist Teff ziemlich teuer, weswegen oft andere Mehlsorten bzw. Mischungen für die Herstellung des Injeras verwendet werden. Natürlich verändert sich der Geschmack durch die Verwendung der Mehrmischungen. Leider habe ich vergessen in Mogogo zu fragen welches Mehl sie für Injera benutzen. Normalerweise hat Injera einen Durchmesser von ca. 50 cm und wird als Speise und Teller gleichzeitig verwendet, da man mit der rechten Hand Stücke vom Injera abreißt und damit eine Portion des Wots nimmt. Auf dieser Art wird oft im Mogogo gegessen.

Die Schärfe des Gerichtes wird zwischen “mild”, “normal”, “scharf” und “sehr scharf” gewählt. Obwohl “mild” auch schon gut gewürzt ist, empfehle ich unbedingt, “scharf” zu bestellen (natürlich nur, wenn man der Schärfe nicht ganz abneigt ist). Selbstverständlich haben wir beide “scharf” bestellt.

Mein Injera kam mit fünf Wots: Lammfleisch, rote Linsen, Grünkohl, gemischtes Gemüse (in diesem Fall waren das Kartoffeln und Karotten) und frisches Gemüse (Salat und Tomate). Mein Lammfleisch war sehr zart und lecker, die Soße war scharf und hat perfekt zum Fleisch gepasst und alles zusammen zum Injera. Andere Wots waren auch köstlich und frisch zubereitet; ich konnte alle fünf Wots zusammen mit Injera richtig genießen. Alle meine Wots waren scharf und hatten viele verschieden Gewürze drin, die ich leider nicht alle identifizieren konnte (bei einer scharfen komplexen Gewürzmischung ist es immer schwer). Ich vermute, dass ich Kardamon, Pfeffer, Piment, Bockshornklee, Koriander, Kreuzkümmel und Muskatnuss schmecken konnte. Allerdings liegt das Essen sehr schwer im Magen und ich hatte Probleme, meinen Teller leer zu machen, da die Portionen im Mogogo üppig sind.
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Rebeinetu (12.50€)

Bei Fuchs waren Rindfleisch, Linsen, gemischtes Gemüse und frisches Gemüse als Wots dabei, aber mit Peperoni, Knoblauch und Tomaten dazu. Sein Fleisch war genau so zart und lecker wie meines, aber etwas milder, dafür war bei ihm Knoblauch dabei. Vom Essen war Fuchs genau so wie ich überzeugt – alles sehr gut zubereitet und lecker. Allerdings hatte Fuchs das gleiche Problem wie ich: Es war schwer, alles leer zu machen: Am Schluss waren wir richtig satt, deswegen war vom Nachtisch nicht mal die Rede (nur die Abschiedsgetränke, die für das Mogogo typisch sind, haben noch gepasst).
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Kilwa mit Tumtumo und Alicha (12.50€)

Gestern waren wir beide wie immer im Mogogo zufrieden. Das Essen war lecker:Alles ist frisch zubereitet, die Qualität ist gut und die Portionen reichlich. Die Preise sind absolut angemessen. Die Bedienung ist sehr freundlich und hilfsbereit. Wenn man das eritreische Essen mag, kann man hier in der afrikanischen Atmosphäre ein leckeres afrikanisches Gericht mit der Hand essen. Für viele Besucher ist Mogogo ein besonders Erlebnis: Hier isst man mit den Fingern und genießt diese ungewöhnliche Art zu speisen. Man muss sich nur trauen,auf afrikanische Weise zu essen und es macht richtig Spaß. Natürlich muss man etwas Zeit mitnehmen, da in Mogogo alles gemütlich läuft. Für ein schnelles Business-Essen ist das Restaurant schlecht geeignet.

Alpha/Fuchs Gesamtnote
Restaurant-Kategorie
Essen
Ambiente
Service
Preis/Leistung


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Mogogo
Stephanienstraße 2a
76133 Karlsruhe
Telefon: 0721/1208000
http://restaurant-mogogo.de

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