Sokrates, Karlsruhe

Ich finde es immer sehr gut, etwas Aktives zwischen Weihnachten und Silvester zu unternehmen, deswegen freute ich mich am Mittwoch sehr, als wir Bowling spielten. Da wir schon lange wissen, dass das Bowling Center Lago kein gutes Essen anbietet, ging es nach dem Bowlen mit der ganzen Gruppe zu unserem Lieblingsgriechen in Karlsruhe.

Das Restaurant liegt in der Südweststadt, leider nicht sehr zentral, aber dafür findet mal relativ einfach einen kostenlosen Parkplatz in der Nähe. Der Sokrates ist modern eingerichtet und absolut nicht überdekoriert (wie es oft beim Griechen der Fall ist). Der Laden ist sauber, der Service ist nett, sympathisch und locker. Bedauerlicherweise konnte ich keine Fotos des Interieurs machen, weil das Restaurant zu voll war und ich keine Personen auf den Fotos haben wollte.

Als wir eintrafen wurden uns direkt die Speisekarten gebracht. Die Speisekarte im Sokrates bietet eine klassische Auswahl an griechischen Speisen, aber es gibt ein paar Gerichte, die man nicht überall bekommt (z.B. Sardellen). Während wir in unseren Menüs blätterten, wurden uns die üblichen Begrüßungsgetränke gebracht. Natürlich ist es klar, dass man bei einem Griechen Ouzo als Aperitif bekommt. Diese griechische, nach Anis schmeckende Spirituose ist mittlerweile zum Symbol der griechischen Kultur geworden.

Wann und wo Ouzo ursprünglich gebrannt wurde, ist nicht ganz klar, aber die Spirituose ist byzantinischen Ursprungs und seine Geschichte geht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Die Destillation von Weinen und Spirituosen entstand in der arabischen Welt. Schließlich kamen Leute auf die Idee, Anissamen dem Brand hinzuzufügen und dadurch bekam das Getränk seinen charakteristischen Geschmack und sein Aroma. Heutiger qualitativ höherwertiger Ouzo wird nach dem Hinzufügen von Kräutern und Gewürzen erneut gebrannt und teilweise über Jahre gelagert.

Wenn schon über Getränke gesprochen wird, muss erwähnt werden, dass ich mir dieses Mal beim Sokrates Wein bestellte. Sie haben dort einige griechische Weine zur Auswahl (leider sind sie in der Getränkekarte nicht vollständig beschrieben und die Jahrgänge kann man nur, genauso wie die Hersteller, erraten) und am Mittwoch entschied ich mich für Agiorgitiko (4,60€ für 0.25l).

Agiorgitiko ist eine von zwei bekannten hitzeresistenten griechischen Rebsorten (die zweite ist Xynomavro). Traditionell wurde diese rote Rebsorte in der Region Nemea auf dem Pelepones angebaut und gehört zu den ältesten Rebsorten der Welt. Ihr Name kommt vom historischen Namen der Stadt Nemea, Agios Georgis (deswegen wird er Agiorgitiko Mavro Nemeas und St. George genannt). Agiorgitiko ist der Hauptbestandteil der meisten Rotweine aus dieser Region und wird oft sortenrein verwendet (einige Lokalweine wie Peloponnisiakos, Plagies Oreinis Korinthias, etc. werden aus Agiorgitiko produziert). Mein Agiorgitiko war farbintensiv und aromatisch, sehr fruchtig, hatte aber leider einen sehr geringen Säuregehalt und war etwas körperarm. Von einem offenen Wein darf man nicht zuviel erwarten, aber für den Preis war er absolut in Ordnung.
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Agiorgitiko (4,60€ für 0.25l)

Als Hauptgericht habe ich mir ein Arnisiofilet (17,60€) bestellt (wenn wir in ein griechisches Restaurant gehen, bestelle ich mir fast immer Lamm) und Fuchs wollte Bifteiki (10,50€) (weil ihm Lamm viel zu stark nach Zoo schmeckt). Und wir beide entschieden, auf Vorspeisen zu verzichten, da wir aus Erfahrung wissen, dass die Portionen beim Sokrates ordentlich waren. Einige aus unserer Gruppe haben trotzdem Vorspeisen bestellt. Alle bestellten Vorspeisen kamen schnell und sahen sehr lecker aus.

Nachdem alle mit den Vorspeisen fertig waren, kamen die Salate. Ein Bauernsalat für mich und ein gemischter Salat für Fuchs, allerdings hat unsere Bedienung Fuchs’ Salat komplett vergessen und sein Salat kam sehr spät und erst als er explizit danach fragte. Solche Sachen dürfen nicht vorkommen. Ab und zu kommt es im Sokrates vor, dass man etwas
länger auf seine Bestellung warten muss aber dann soll man nachfragen, weil es sein kann, dass sie die komplette Bestellung einfach vergessen haben. Außerdem muss ich gesprungener Teller bemängeln (und leider nicht nur bei mir der Fall) – solche Sachen bringen mir keine Freude. Aber mein Bauersalat war frisch und lecker mit richtigem Dressing aus gutem Olivenöl und köstlichem Käse. Ich konnte ihn genießen. Der gemischte Salat von Fuchs war, als er endlich ankam, auch gut und der hungrige Fuchs war zufrieden.
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Bauernsalat

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Gemischter Salat

Unsere Hauptgerichte haben wir, genauso wie die Vorspeisen und Salate, fast gleichzeitig bekommen (was bei einer größeren Gruppe nicht immer der Fall ist) – ein großer Pluspunkt für das Restaurant. Mein Lammfilet war sehr zart, saftig und fein, aber die Zitronenkartoffeln, womit das Filet serviert wurde, fand ich viel zu sauer und nicht genießbar. Das Gemüse griechischer Art, dieses Mal waren es Brokkoli, Zucchini und Paprika, waren sehr lecker und passten zum Lammfilet. Fuchs war mit seinem gebackenen und mit Schafskäse gefüllten Schweinehacksteak auch sehr
zufrieden: Das Fleisch war butterweich und ist im Mund praktisch “geschmolzen”. Sein Tzatziki und den Reis habe ich nicht probiert, aber Fuchs meinte, dass die auch gut waren. Wir beide waren satt und zufrieden.
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Arnisiofilet (17,60€)

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Bifteiki (10,50€)

Nach dem Hauptgericht hatten weder Fuchs noch ich Hunger, weswegen wir auf Desserts verzichteten. Aber zwei von uns haben Galaktobureko (3.50€) als Nachtisch bestellt. Galaktobureko ist eine Griess-Vanillecreme in Blätterteig, serviert mit einer Kugel Vanilleeis. Das Dessert sah lecker aus, aber als ich fragte ob es hausgemacht ist, konnte mir dies keiner der Leute, die es bestellt hatten, beantworten. Vielleicht, vielleicht nicht. Es muss noch erwähnt werden, dass unser Service wieder einen Nachtisch vergessen hat, was aber auch an der Größe der Gruppe lag.
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Galaktobureko (3.50€)

Außer ein paar Kleinigkeiten, hatten wir wie immer gute Zeit im Sokrates – das Essen war lecker, die Bedienung war schnell und freundlich und die Atmosphäre hat sehr gut zu unserer Stimmung gepasst. Das Restaurant bleibt unser Lieblings-Grieche in Karlsruhe: Wenn man die drei wichtigste Kriterien (das Essen, die Ambiente und das Service vergleicht) mit anderen Restaurants vergleicht (z.B. Athen Palast), dann ist der Sokrates je nach Kriterium besser oder gleichwertig.

Alpha/Fuchs Gesamtnote
Restaurant-Kategorie
Essen
Ambiente
Service
Preis/Leistung


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Sokrates
Welfenstraße 18
76137 Karlsruhe
Telefon: 0721/81 31 81
http://www.sokrates-karlsruhe.de/

2 thoughts on “Sokrates, Karlsruhe

  1. Wir lesen sehr gerne die meist realistischen Einschätzungen von Alpha/Fuchs. Natürlich gehen die Geschmäcker manchmal auch auseinander. … sind gespannt auf einen Review über “PANORAMA-Restaurant”, Karlstr., KA (bestes Grillfleisch mancherorten) M.K. 24.1.13

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